Tipps und Tricks rund um die Avocado

Ihr werdet nicht glauben, was diese Frau mit einem Avocadokern anstellt…


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So bekommt ihr eure harte Avocado in 10 Minuten reif

Avocados sind das neue Superfood schlechthin! Doch leider kauft man sie nicht immer im perfekten Zustand im Supermarkt und muss da nachhelfen. Wir zeigen euch, wie ihr eine harte Avocado in wenigen Minuten in einen reifen Zustand bringt.


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Avocado-Rose: Mit diesem Frühstück beeindruckst du deinen Partner

Beim Frühstück euren Liebsten oder eure Liebste überraschen: Wir zeigen euch im Video Schritt für Schritt, wie euch das innerhalb kurzer Zeit mit der Avocado-Rose gelingt.


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Superfood Avocado

Superfood Avocado – nicht nur als Guacamole oder in Salaten zu genießen. Sie kann noch viel mehr. Wir zeigen drei gesunde und kalorienarme Varianten zu den klassischen Weihnachtsdesserts.


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Vegetarischer Genuss: Gebackene Avocados mit Ziegenkäse

Avocados schmecken nicht nur als Guacamole. Gefüllt mit gewürztem Reis, Kichererbsen und cremigem Ziegenkäse wird die gesunde Frucht zu einem herzhaften Geschmackserlebnis.


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Das Ende einer Ära

Frankfurt Skyline beschnittenLiebes Tagebuch,

heute schreibe ich dir zum letzten Mal. Du hast mich in einer aufregenden, schwierigen und sehr prägenden Zeit begleitet, dafür danke ich dir von ganzem Herzen. Für mich bricht eine neue Ära an. Mein Freund China und ich gehen getrennter Wege, ich bin endgültig wieder mit Deutschland vereint. So gehört mein letzter Eintrag dieser ganz besonderen Wiedervereinigung – die überraschender- wie erfreulicherweise vollkommen problemlos zu verlaufen scheint. Liebes Tagebuch: danke für Alles.

Seit guten sechs Wochen sind wir jetzt wieder zurück in Deutschland. Seitdem ist viel passiert – aber auf den Moment , in dem mich eine Welle der Emotionen überrollt, warte ich noch immer. Komischerweise läuft bisher alles vollkommen entspannt ab.

Das größte Problem an unserer interkontinentalen Umsiedelung war eigentlich die Blasenentzündung, die Miezekatze Luke Skywalker als Souvenir aus dem Flugzeug mitgebracht hat. Und dieses Problem, so muss ich leider sagen, war am unangenehmsten für meinen lieben Bruder Jörg, der die Vierbeiner vorübergehend beherbergt – eine inkontinente Katze? Zehn Tage lang? Ich überlege noch, wie ich das jemals wieder gutmachen kann. Vorschläge für ein absolut großartiges Schwester-Bruder-Geschenk jederzeit willkommen…

Nun stehen wir vor einer weiteren (und hoffentlich vorerst letzten) großen Veränderung: Wir ziehen nach Frankfurt. Markus hat seine bisherige Firma verlassen und nahe der Mainmetropole eine Stelle angeboten bekommen, die ihm genau die Weiterentwicklung ermöglicht, die bei seinem Arbeitgeber der vergangenen 14 Jahre enttäuschender Weise nicht drin zu sein schien. Das hatten wir uns zwar anders vorgestellt, als wir uns auf China eingelassen haben – aber alles sieht danach aus, als wäre die Chance in Frankfurt ohnehin besser, als alles, was er hier hätte erwarten können.

Sein Jobwechsel steht nun schon seit einer ganzen Weile fest. Anfangs dachte ich noch, ich würde zunächst hier in Nürnberg bleiben, ich hätte sogar die Chance bekommen, in meinen alten Job zurückzukehren. Darauf, wieder mit meinen wunderbaren Kollegen dort zusammen zu arbeiten, hatte ich mich sehr gefreut. Je näher allerdings der Tag rückte, an dem Markus und ich vom Vollzeit-Aufeinandersitzen in eine Wochenendbeziehung hätten übergehen müssen, desto beklemmender erschien mir die Vorstellung. Fünf Nächte pro Woche ohne meinen Schatz? No way. Dafür habe ich nicht dreieinhalb Jahre in der chinesischen sozial-Wüste überstanden.

Also streckte ich ganz vorsichtig – und ehrlich gesagt zunächst nicht sonderlich optimistisch – meine Fühler in den Frankfurter Jobmarkt. Und siehe da: ein knappes Dutzend an Bewerbungen später hatte ich tatsächlich zwei Vorstellungsgespräche. Und . beinahe unvorstellbar – danach sogar die Qual der Wahl.

Überglücklich darf ich berichten, dass ich ab dem 2. Februar für Social-Media-Marketing und PR bei einer kleinen, aber feinen Frankfurter Software-Firma verantwortlich bin. Zwei Tage habe ich dort schon verbracht, Chef und Kollegen kennen gelernt – besser geht’s kaum. Wie sehr ich mich darauf freue, endlich wieder etwas leisten zu dürfen, muss ich meinen geneigten Lesern kaum erklären.

So feiere ich meinen 32. Geburtstag noch im Kreise meiner Lieben in Nürnberg, ehe wir am 1.2. unsere neue Wohnung in Frankfurt-Griesheim beziehen. Drei kleine, aber feine Zimmer, Dachterrasse, direkt am Main – es hört sich nicht nur toll an. Und um alles zu perfektionieren, soll unser Container schon eine Woche später ankommen.

Ich kann es kaum fassen: Wir haben wieder ein Zuhause. (Im Bild die Frankfurter Skyline. Fast ein bisschen wie Shanghai, oder?)

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Waiting for the second shoe to drop

Geneigte Leser,
Unten stehenden Beitrag habe ich in einem denkwürdigen Moment verfasst: auf unserem endgültigen Heimflug von Peking nach München. In Deutschland angekommen war dann ein bisschen viel los (davon an anderer Stelle mehr), daher erfolgt der upload etwas verspätet. Trotzdem viel Spaß!

imageLiebes Tagebuch,
das war es also. China und ich sind Geschichte. Das Gefühl ist unwirklich. Ich sitze im Flugzeug von Peking nach München und warte. Warte, dass irgend etwas passiert. So lange habe ich diesen Moment herbeigesehnt, habe ihn mir so oft vorgestellt und in den schillerndsten Farben ausgemalt, dass er sich jetzt merkwürdig unspektakulär anfühlt.

Ein paar Momente gab es in den letzten Tagen, an denen ich ein paar Tränchen vergossen habe. Als ich mich von Markus´ früherer Assistentin Jasmin verabschiedet habe, kam mir plötzlich in den Sinn: Möglicherweise sehe ich sie nie wieder. Am letzten Tag in Jinan bin ich zufällig wieder über die alte, wunderschöne Geschichte von der Bärenraupe gestolpert (treue Leser erinnern sich). Da sah ich mich wieder sitzen, in meinem ersten Jahr. Das war kurz mal krass.

Der Moment dann, an dem ich mich so lange festgehalten habe, den ich in meinen schwärzesten Momenten vor meinem inneren Auge gesehen habe, war so schnell vorbei: Die Lufthansa-Maschine mit uns beiden und unseren beiden Fellkindern an Bord hat chinesischen Boden verlassen – und siehe da, es war einfach nur ein gutes Gefühl, völlig ohne den befürchteten Ausbruch.

Die ganzen letzten Wochen dachte ich: Wann kommt denn jetzt der große Aus-, Ein- oder Zusammenbruch? Die Welle an Gefühlen, die über mich hereinbricht? Aber was ist, wenn das nie passiert, weil es eben einfach in Ordnung ist? An der Zeit? Gut, so wie es ist?
Ich denke, das bleibt abzuwarten. Das einzige, was ich aus heutiger Sicht vermissen werde, ist der Zustand, sich in einer automatisch endlichen Situation zu befinden. Vom ersten Tag an war klar, dass der heutige Tag kommen würde, der Tag also, an dem sich unsere Situation automatisch ändern würde. Das war der wahre Luxus an China, und ihn werde ich sicher ab und an vermissen.

 

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Wenn eine halbe Milliarde eine Reise tut…

Leeres FlugzeugLiebes Tagebuch,

eigentlich dachte ich, ich kenne meinen Freund China inzwischen so gut, dass mich nichts mehr aus der Ruhe bringen kann. Aber eigentlich hätte mich allein die Tatsache, dass ich diesen Gedanken gedacht habe, schon stutzig machen müssen – eben weil ich ihn so gut kenne. China versteht es einfach, einen immer wieder zu überraschen. Und meistens muss man dann demütig einen Schritt zurück treten und Buße tun: Dafür, dass man sich zu sicher gefühlt hat.

Die Golden Week ist Ausnahmezustand. In dieser Zeit der Nationalfeiertage in China besucht JEDER Chinese seine Familie. Da dieses Land ziemlich groß ist, bedeutet dass sehr viele, sehr weite Reisen. Deutsche Superlative erscheinen mir ein bisschen mickrig, um zu beschreiben, dass in diesem Jahr laut chinesischen Tourismus-Experten 480 Millionen Menschen mit Bus, Bahn, Auto und Flugzeug unterwegs waren (und ganz sicher auch per Anhalter, Eselkarren und jedem sonst erdenklichen Verkehrsmittel). Fast eine halbe Milliarde. In einer Woche.

Fakt ist aber auch: Das ist nichts Neues für uns. Da fast das gleiche auch noch mal im Januar bzw. Februar, zu Chinese New Year, geschieht, hatten wir das inzwischen ja, Moment, sechs Mal erlebt. Offenbar aber haben wir kein Glück mit der Zahl sieben. Oder waren einfach zu entspannt. Oder aber, und das erscheint leider plausibel, wir sind einfach komplett bescheuert.

Und so begab es sich, dass Markus und Julia zwei Tage vor Beginn der Golden Week aus Deutschland zurück kommen und ganz einfach nicht dran gedacht haben, im Vorfeld ein Zugticket von Peking nach Jinan zu kaufen. Und die Züge sind mal eben ausverkauft. Alle. Alle Klassen, alle Arten von Zügen. Für die ganze Woche. Obwohl die Golden Week ja offiziell noch gar nicht begonnen hat. „Die müssen doch alle Montag und Dienstag noch arbeiten?!?“ Offenbar nicht.

Alternativen? Flüge ausgebucht. Mietwagen? Geht nicht, Führerscheine liegen in Jinan. Was kostet wohl ein Taxi von Peking nach Jinan?

Angkor WatErstmal sammeln, schließlich stehen wir, als uns diese Überlegungen wie ein Blitz treffen, immer noch in der Ankunftshalle des Pekinger Flughafens. Sonntagabend, Markus wollte Montag arbeiten, wir Mittwoch (zum offiziellen Beginn der Ferien) von Jinan via Seoul nach Siem Reap in Kambodscha fliegen (absolut empfehlenswert, im Bild derberühmte Tempel von Angkor Wat, s. Bild).
Heute (Sonntag) geht jedenfalls mal nichts mehr. Also fuhren wir zu unseren lieben Freunden Rolf und Andrea, die uns für die Nacht bei sich aufnahmen – und uns zurecht ordentlich verspotteten („Eure wievielte Golden Week ist das jetzt?“).

Markus also wie wild am Telefon mit Assistentin Lucy, ich wie wild am Googeln (ok, am „bingen“, Google ist schließlich Staatsfeind hier), wie man sonst noch nach Jinan kommen könnte. Plötzlich Andrea: „Übrigens, meine Nachbarn fahren morgen früh mit dem Auto nach Tianjin.“ Tianjin? Das wären zumindest 150 Kilometer in die richtige Richtung, frag mal, ob sie uns (und vier Koffer) mitnehmen könnten. Zeitgleich Markus am Telefon mit Lucy: „Und die Kollegen sind morgen mit dem Touran in Tianjin?“

Unfassbares Glück! So machten wir uns also auf am Montagfrüh um acht, saßen dann von elf bis zwei bei irgendeinem Starbucks in Tianjin, wo uns die Kollegen tatsächlich wie besprochen und sogar pünktlich abholten, um uns in weiteren knapp sechs Stunden mit nach Hause zu nehmen. Was für ein Roadtrip.

 

Doch das wirklich krasse an China sind ja die Gegensätze. Wir haben es nämlich auch schon erlebt, den ganzen Zug für uns zu haben (und das ist keine Übertreibung, wir waren wirklich allein in einem 100-Leute-Abteil, ich hatte an dieser Stelle davon berichtet). Das war am chinesischen Neujahrstag. Oder, und dass war wirklich cool, kürzlich unsere Privatjet-Nummer (im Bild oben): Wir sind mit nur noch zwei (!) weiteren Passagieren, in einer ansonsten komplett leeren Boeing 737, von Jinan nach Guangzhou geflogen (Maschine sechs Stunden verspätet, Abflug nachts um drei, vermutlich alle anderen Passagiere irgendwie umgebucht. Ich bin ganz sicher, die haben uns nur geflogen, weil die China-Southern-Maschine am Morgen in Guangzhou gebraucht wurde).

Jetzt, so kurz vor dem Ende unserer Zeit in China, wird es irgendwie unwirklich: All diese Geschichten kommen mir jetzt schon wie Anekdoten vor, die, die uns noch in Jahrzehnten am Lagerfeuer wärmen werden.

Und das Ende hier – es wirft seine Schatten voraus: Wir planen unsere Abschiedsfeier, heute kommt das Umzugsunternehmen zur Bestandsaufnahme und einige Lebensmittel im Kühlschrank haben ein Verfallsdatum jenseits von Tag X.

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T minus 100 Tage

Liebes Tagebuch,

wir schreiben den 6. September 2014. Mein Freund China und ich werden uns in genau 100 Tagen trennen. Komisches Gefühl, das. Obwohl wir uns mittlerweile durchaus aneinander gewöhnt haben, will mit bei dem Gedanken, China zu verlassen, keine Träne kommen. Höchsten die Aussicht, wieder zurück zu Chinas Vorgänger Deutschland zu gehen macht mir ein bisschen Sorgen. Nicht wegen Deutschland an sich, denn er hat sich nicht verändert. Aber ich.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Die letzten 100 Tage unserer Zeit in China sind tatsächlich schon angebrochen. Schon? Nun, manchmal war mir die Zeit schon lang, aber im Rückblick sind die drei Jahre natürlich doch schnell vergangen. In der Tat sind die drei Jahre tatsächlich bereits vorbei: Angekommen sind wir nämlich am 1. September 2011. Ursprünglich war auch geplant, dass wir auch zum 1. September 2014 zurückkehren, doch aus verschiedenerlei organisatorischen Gründen haben wir dann bis Jahresende verlängert. Rückflugtermin ist – auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber es hört sich einfach so gut an – der 16. Dezember 2014. Dieses Datum wird mir wohl für immer und ewig in Erinnerung bleiben. So sitze ich jetzt hier und fühle mich – äh… ja. Wie fühle ich mich eigentlich? Irgendwie hin- und hergerissen zwischen grenzenloser Vorfreunde (die ja bekanntlich die schönste Freude ist) und Euphorie einerseits – und großer Leere andererseits. Das liegt daran, dass ich in manchen Momenten zur Zeit das Gefühl habe mir geht hier einfach echt die Puste aus. Wie bei einem Marathon bei Kilometer 38. Da tun die Beine weh und der Kopf sagt: Wer hat dich denn auf diese Schnapsidee gebracht? Mann nennt das auch den Mann mit dem Hammer. In solchen Momenten bin ich schwer zu ertragen, vor allem für mich selbst (gut, jemand anders ist ja dann auch nicht da, denn diese Momente passieren natürlich ausschließlich dann, wenn mein Schatz bei der Arbeit weilt).

Wege aus der Krise: Klar, als erstes Sport. Ich bin mittlerweile gut eine Minute pro Kilometer schneller geworden, laufe im Schnitt 50 Kilometer in der Woche, plus einmal schwimmen, zweimal „Body Pump“ und ein bis zweimal Personal Training. Problem ist nur: Als ich zuletzt in Deutschland war, hat mich ein fieser Virus so dahin gerafft, dass der Onkel Doktor verordnet hat, ich soll mindestens einen, besser zwei Tage die Woche GAR KEINEN SPORT machen. Einmal schaff ich gerade so, aber das sind dann die schlimmsten Tage.

Alternativen? Nun, Chinesisch lernen hat bisher immer gut geholfen, fühlt sich irgendwie sinnvoll an und mein HSK-Test stand ja auch vor der Tür. Der liegt jetzt aber hinter mir (ob bestanden oder nicht, erfahre ich leider erst Mitte September), und so ist die Motivation zum Weiterlernen natürlich gering.

Sonst? Schwierig. Fingernägel machen lassen ist öfter als einmal die Woche echt Quatsch, Kaffee kann man auch nur eine bestimmte Menge am Tag trinken, selbst im schönsten Café (wo auch immer das überhaupt sein mag, in Jinan jedenfalls nicht, aber man ist ja kompromissbereit). Wenigstens gebe ich zweimal pro Woche drei Stunden Englischunterricht, das muss dann mit viel Vorbereitungszeit diese beiden Tage ausfüllen.

Was ich gerne tue, ist Chinesen, die mir auf die Nerven gehen (indem sie zum Beispiel seelenruhig in unsere Grünanlage pinkeln, mich mit dem Auto schneidern, sich an der Supermarktkasse vordrängen, rotzen, spucken – sich also völlig normal verhalten) auf Deutsch anzubrüllen. Allerdings ist letztere Methode nicht mit langfristigem Erfolg gesegnet.

Die Tatsache, dass ich schon so frühzeitig damit angefangen habe, unsere Rückkehr zu planen, hat jetzt den unangenehmen Nebeneffekt, dass sie genau das ist: gut geplant. Bedeutet, ich habe aktuell kaum damit zu tun. Flüge gebucht, Container angefragt, Apartment reserviert, Katzen vorbereitet… Alles erledigt.

Und so bleibt viel Zeit, sich den Kopf zu zerbrechen über Dinge wie: Werde ich einen Job finden? Werde ich das Leben im Ausland vermissen? Kann und will ich auf den „Luxus“, an den wir uns hier gewöhnt haben, verzichten? Wäre ich im Zweifel sogar bereit, mein Leben weiter so einzuschränken, wie ich es die letzten Jahre getan habe, um mir diesen Luxus zu erhalten? Fragen über Fragen.

Doch genug gejammert und den Blick wieder in die richtige Richtung gezwungen (das kann ich ja mittlerweile). Nächste Woche, am 13. September, geht’s wieder mal für zwei Wochen nach Nürnberg. Der vorletzte „Urlaub in der Heimat“. Das wird die härteste Umstellung, dann im Dezember: Nürnberg im Alltag. Aus der Ferne ist die Heimat etwas so wunderbar Makelloses, man beginnt im Lauf der Monate und Jahre, sie zu idealisieren. Irgendwie schleicht sich der Gedanke ins Hirn, dass alles was hier Scheiße ist, in der Heimat besser wäre. Realistisch betrachtet jedoch wird dem wohl nicht so sein…

Worauf ich mich jedenfalls unglaublich freue, ist, wieder zu arbeiten. Nicht mehr morgens im Bett zu liegen und zu denken „wenn ich jetzt einfach liegen bleibe, fällt es nicht mal jemandem auf“. Verantwortung zu übernehmen. Sich beweisen dürfen. Andere Menschen um sich zu haben, die einem Feedback geben – gerne auch mal negatives. Gebraucht zu werden. All das: Musik in meinen Ohren. Jetzt muss mir nut noch jemand einen Job geben.

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China und das Stockholm-Syndrom

Gänse auf MotorradLiebes Tagebuch,

„Unter dem Stockholm-Syndrom versteht man ein psychologisches Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.“ Sagt Wikipedia. Ich kann nur nicken und denken: „Kann ich irgendwie nachvollziehen.“ Jetzt, da meine Trennung von meinem Freund China langsam in greifbare Nähe zu rücken scheint…

Die Vorbereitungen für unsere Rückkehr nach Deutschland laufen. Reichlich früh zwar, das ist mir klar, aber ich habe diese Zeit so lange herbeigesehnt, dass ich sie jetzt eben ein bisschen ausdehne. Tag X, D-Day, der Tag, dessen Name nicht genannt werden darf, die Stunde Null: Flug LH723 von Peking nach München wird am Dienstag, der 16. Dezember 2014, um 14.20 Uhr Pekinger Zeit chinesischen Boden verlassen, an Bord uns, vermutlich einiges an Übergepäck – und unsere beiden Pelzträger. Bis dahin kommen wir kaum zum Durchatmen, noch dreimal Deutschland für mich, noch öfter für Markus, der New York Marathon, weitere Reisen, daneben die Vorbereitungen für meinen Chinesisch-Sprachtest (für den ich mein Vokabular mal eben verdoppeln muss) und natürlich die Vorbereitungen für einen weiteren interkontinentalen Umzug halten uns ziemlich auf Trab. Besonders der Transport unserer Katzen erweist sich – wenn auch erwartungsgemäß – als logistischer Albtraum. Nachdem China nicht auf der Liste der von der EU anerkannten, erwiesenermaßen tollwutfreien Länder steht, verlangt der Deutsche Zoll jede Menge Papierkram: 90 Tage vor der geplanten Einreise muss je eine Blutprobe von Luke und Yoda in einem zertifizierten deutschen Labor untersucht werden. Dazu müssen die zwei weitere 30 Tage vor Entnahme der Blutprobe mit einem genau spezifiziert (Lebend-)Impfstoff gespritzt und mit einem speziellen Mikrochip ausgerüstet werden. Ob das in Jinan überhaupt geht? Keine Ahnung. Die letzte Woche vor der Ausreise müssen die beiden dann bei einem chinesischen Amtstierarzt in Peking verbringen, der sie nochmal untersucht (bzw. zumindest eine Untersuchung in Rechnung stellt). Erst dann dürfen sie mit uns an Bord von Flug LH723 – und hoffentlich auch das Terminalgebäude in München verlassen. Für den Flug könnten wir sie mit uns in die Passagierkabine nehmen – dazu müssten sie aber in Käfige, die natürlich auch maximal Handgpäck-Größe haben dürfen. Das ist nicht groß, bei zehn Stunden reiner Flugzeit. Und dazu kommt ja noch die Zeit vom Tierarzt bis zum Flughafen, Wartezeit in Peking, Wartezeit in München, Fahrtzeit von München nach Nürnberg… Zeit, in der man den Käfig tunlichst geschlossen halten sollte, wenn man seine Katze gern wiedersehen möchte. Daher habe ich entscheiden, dass die beiden im Gepäckraum reisen werden. Da haben sie Käfige, in denen sie sich zumindest umdrehen und hinlegen können. Und wir haben nicht zehn Flugstunden lang Katzenjammer, sondern können in Ruhe testen, wieviel Champagner man auf so einem Flug tatsächlich trinken kann (normalerweise fliegen wir ja immer nachts, da kommt dann meist Schlaf dazwischen). Überhaupt, als ich heute wieder durch Jinan gefahren bin und im Vorbeifahren das Foto oben gemacht habe, musst ich schon mal kurz denken, warum sich eigentlich so den Kopf zerbrechen über den Transport der Viecher? Aber im Ernst, ich bin mir nicht ganz sicher, ob es nicht von größerer Tierliebe zeugen würde, hier ein neues Zuhause für die beiden zu suchen, als ihnen diese Tortur anzutun – aber Markus will sich nicht von seinen Lieblingen trennen. E basta. Jedenfalls habe ich allen Respekt vor dem organisatorischen Aufwand, der hinter dem Katzenumzug steht. Vor allem wegen dem Problem, dass chinesische Behörden europäische Formulare ausfüllen müssten und europäische Behörden chinesische anerkennen sollten… Außerdem macht Jinan als Wohnort einiges komplizierter, denn in Peking und Shanghai gibt es natürlich die entsprechenden Stellen, aber hier? Am Ende muss ich die beiden nicht einmal im Dezember, sondern dreimal (zum chippen/impfen und dann zum Blutabnehmen) nach Peking karren? Mir schwant Böses. Aber: Jetzt habe ich ja Vincent, meinen neuen besten Kumpel aus Hong Kong, von der Firma Pet Immigrant. Er sagt, er kümmert sich um ALLES. Inklusive Transportboxen fürs Flugzeug, inklusive Impfungen, Transfer zum Flughafen, Kommunikation mit deutschem und chinesischem Zoll sowie der Airline, alles eben. Für schlappe 19.800 RMB. Das ist ein Spottpreis, ich hab denselben Service auch schon für 31.000 angeboten bekommen. Danach sind die Katzen dann nicht nur in Deutschland, sondern vermutlich auch mit Blattgold überzogen. Oder zu echten Jedi-Rittern ausgebildet. Und um nochmal aufs Stockholm-Syndrom zurückzukommen: Keine Sorge, ich fange nicht plötzlich an, China ganz großartig zu finden. Hier ist nach wie vor alles trist und widerlich. Es stinkt überall. Neulich habe ich meine Kopfkissen gewaschen und zum Trocknen raus gehängt – danach sind sie direkt zurück in die Waschmaschine gewandert, so haben sie nach Ruß und Asche gestunken. Auch haben wir das letzte Wochenende seit langem mal wieder in Jinan verbracht. Hier ist es einfach so langweilig, das wir beide schon Samstagmittag derart genervt sind, dass wir anfangen, uns gegenseitig anzumaulen. Also nein, China an sich werde ich sicher nicht vermissen. Was ich aber sehr wahrscheinlich vermissen werde, ist das hier: 30.4.-4.5. Hong Kong 9.5.-17.5. Peking und Shanghai 18.5.-24.5. Saigon 5.6.-6.7. Deutschland (Besuche in Berlin, Stuttgart und Hamburg) September: Deutschland Oktober: Kambodscha November: New York City und evtl. nochmal Deutschland… Und dieser Plan ist sicher noch nicht vollständig. China ist und bleibt ein Handel. Der oben beschriebene Luxus gegen meine Selbstbestimmung und -verwirklichung sowie nicht zuletzt meine Karriere. Und wie bei vielen Einkäufen liegt das Preis-Leistungsverhältnis im Auge des Betrachters.

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