Waiting for the second shoe to drop

Geneigte Leser,
Unten stehenden Beitrag habe ich in einem denkwürdigen Moment verfasst: auf unserem endgültigen Heimflug von Peking nach München. In Deutschland angekommen war dann ein bisschen viel los (davon an anderer Stelle mehr), daher erfolgt der upload etwas verspätet. Trotzdem viel Spaß!

imageLiebes Tagebuch,
das war es also. China und ich sind Geschichte. Das Gefühl ist unwirklich. Ich sitze im Flugzeug von Peking nach München und warte. Warte, dass irgend etwas passiert. So lange habe ich diesen Moment herbeigesehnt, habe ihn mir so oft vorgestellt und in den schillerndsten Farben ausgemalt, dass er sich jetzt merkwürdig unspektakulär anfühlt.

Ein paar Momente gab es in den letzten Tagen, an denen ich ein paar Tränchen vergossen habe. Als ich mich von Markus´ früherer Assistentin Jasmin verabschiedet habe, kam mir plötzlich in den Sinn: Möglicherweise sehe ich sie nie wieder. Am letzten Tag in Jinan bin ich zufällig wieder über die alte, wunderschöne Geschichte von der Bärenraupe gestolpert (treue Leser erinnern sich). Da sah ich mich wieder sitzen, in meinem ersten Jahr. Das war kurz mal krass.

Der Moment dann, an dem ich mich so lange festgehalten habe, den ich in meinen schwärzesten Momenten vor meinem inneren Auge gesehen habe, war so schnell vorbei: Die Lufthansa-Maschine mit uns beiden und unseren beiden Fellkindern an Bord hat chinesischen Boden verlassen – und siehe da, es war einfach nur ein gutes Gefühl, völlig ohne den befürchteten Ausbruch.

Die ganzen letzten Wochen dachte ich: Wann kommt denn jetzt der große Aus-, Ein- oder Zusammenbruch? Die Welle an Gefühlen, die über mich hereinbricht? Aber was ist, wenn das nie passiert, weil es eben einfach in Ordnung ist? An der Zeit? Gut, so wie es ist?
Ich denke, das bleibt abzuwarten. Das einzige, was ich aus heutiger Sicht vermissen werde, ist der Zustand, sich in einer automatisch endlichen Situation zu befinden. Vom ersten Tag an war klar, dass der heutige Tag kommen würde, der Tag also, an dem sich unsere Situation automatisch ändern würde. Das war der wahre Luxus an China, und ihn werde ich sicher ab und an vermissen.

 

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