Das Ende einer Ära

Frankfurt Skyline beschnittenLiebes Tagebuch,

heute schreibe ich dir zum letzten Mal. Du hast mich in einer aufregenden, schwierigen und sehr prägenden Zeit begleitet, dafür danke ich dir von ganzem Herzen. Für mich bricht eine neue Ära an. Mein Freund China und ich gehen getrennter Wege, ich bin endgültig wieder mit Deutschland vereint. So gehört mein letzter Eintrag dieser ganz besonderen Wiedervereinigung – die überraschender- wie erfreulicherweise vollkommen problemlos zu verlaufen scheint. Liebes Tagebuch: danke für Alles.

Seit guten sechs Wochen sind wir jetzt wieder zurück in Deutschland. Seitdem ist viel passiert – aber auf den Moment , in dem mich eine Welle der Emotionen überrollt, warte ich noch immer. Komischerweise läuft bisher alles vollkommen entspannt ab.

Das größte Problem an unserer interkontinentalen Umsiedelung war eigentlich die Blasenentzündung, die Miezekatze Luke Skywalker als Souvenir aus dem Flugzeug mitgebracht hat. Und dieses Problem, so muss ich leider sagen, war am unangenehmsten für meinen lieben Bruder Jörg, der die Vierbeiner vorübergehend beherbergt – eine inkontinente Katze? Zehn Tage lang? Ich überlege noch, wie ich das jemals wieder gutmachen kann. Vorschläge für ein absolut großartiges Schwester-Bruder-Geschenk jederzeit willkommen…

Nun stehen wir vor einer weiteren (und hoffentlich vorerst letzten) großen Veränderung: Wir ziehen nach Frankfurt. Markus hat seine bisherige Firma verlassen und nahe der Mainmetropole eine Stelle angeboten bekommen, die ihm genau die Weiterentwicklung ermöglicht, die bei seinem Arbeitgeber der vergangenen 14 Jahre enttäuschender Weise nicht drin zu sein schien. Das hatten wir uns zwar anders vorgestellt, als wir uns auf China eingelassen haben – aber alles sieht danach aus, als wäre die Chance in Frankfurt ohnehin besser, als alles, was er hier hätte erwarten können.

Sein Jobwechsel steht nun schon seit einer ganzen Weile fest. Anfangs dachte ich noch, ich würde zunächst hier in Nürnberg bleiben, ich hätte sogar die Chance bekommen, in meinen alten Job zurückzukehren. Darauf, wieder mit meinen wunderbaren Kollegen dort zusammen zu arbeiten, hatte ich mich sehr gefreut. Je näher allerdings der Tag rückte, an dem Markus und ich vom Vollzeit-Aufeinandersitzen in eine Wochenendbeziehung hätten übergehen müssen, desto beklemmender erschien mir die Vorstellung. Fünf Nächte pro Woche ohne meinen Schatz? No way. Dafür habe ich nicht dreieinhalb Jahre in der chinesischen sozial-Wüste überstanden.

Also streckte ich ganz vorsichtig – und ehrlich gesagt zunächst nicht sonderlich optimistisch – meine Fühler in den Frankfurter Jobmarkt. Und siehe da: ein knappes Dutzend an Bewerbungen später hatte ich tatsächlich zwei Vorstellungsgespräche. Und . beinahe unvorstellbar – danach sogar die Qual der Wahl.

Überglücklich darf ich berichten, dass ich ab dem 2. Februar für Social-Media-Marketing und PR bei einer kleinen, aber feinen Frankfurter Software-Firma verantwortlich bin. Zwei Tage habe ich dort schon verbracht, Chef und Kollegen kennen gelernt – besser geht’s kaum. Wie sehr ich mich darauf freue, endlich wieder etwas leisten zu dürfen, muss ich meinen geneigten Lesern kaum erklären.

So feiere ich meinen 32. Geburtstag noch im Kreise meiner Lieben in Nürnberg, ehe wir am 1.2. unsere neue Wohnung in Frankfurt-Griesheim beziehen. Drei kleine, aber feine Zimmer, Dachterrasse, direkt am Main – es hört sich nicht nur toll an. Und um alles zu perfektionieren, soll unser Container schon eine Woche später ankommen.

Ich kann es kaum fassen: Wir haben wieder ein Zuhause. (Im Bild die Frankfurter Skyline. Fast ein bisschen wie Shanghai, oder?)

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2 Antworten auf Das Ende einer Ära

  1. Ilse sagt:

    Hallo liebe Julia,
    Für deinen neuen Job Anfang wünsche ich dir alles Gute und viel Erfolg. Ist ja toll, dass ihr eine schöne Wohnung gefunden habt!
    Liebe Grüße Ilse

  2. Matthias Adelhard sagt:

    Ich werde Ihren Blog vermissen 🙁 Und ich wünsche Ihnen und Ihrem Mann alles Gute in Frankfurt.

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